Aufnahme von DER PAYROLL PODCAST #10

Innovation made in Germany – zwei Payroll-Pioniere im Interview – #10 DER Payroll Podcast



In dieser besonderen Ausgabe des DER Payroll Podcasts habe ich mit zwei Unternehmern gesprochen, die Payroll völlig neu denken – und umsetzen. Ein inspirierendes Interview über Technologie, Unternehmertum und echte Payroll-Innovation. 

Zu Gast bei mir diesmal:

🔹Marius Kreis – Gründer von Lohnica. Ingenieur, echter Querdenker mit Stationen bei IBM, Mercedes und im Payroll-Start-up-Kosmos. Mit Lohnica entwickelt er eine moderne, cloudbasierte Lohnabrechnungsplattform– intuitiv, API-basiert, und mit Fokus auf smarte, automatisierte Prozesse. Besonders stark bei Probeabrechnungen und einfacher Systemintegration.

🔹Günther Holzapfel – Gründer von aipama Eigentlich Bauingenieur – Innovator im BereichPayroll-Prozesse. Mit aipama bringt er Struktur in die oft noch analoge Welt der Lohnbüros: Er hat sich der Schnittstelle zwischen HR und Payroll angenommen und sorgt für effiziente Datenflüsse.

Sabine Katzmair: Marius, Günther – schön, dass ihr da seid. Ihr seid beide Techies und habt euch in die Payroll-Welt gestürzt. Warum?

Günther Holzapfel: Ich bin eigentlich Bauingenieur und habe das Lohnbüro meiner Mutter übernommen. Anfangs war das nicht mein Plan, aber ich bin reingewachsen – und habe Spaß an der Lohnabrechnung gefunden. Man sieht sofort Ergebnisse, das ist erfüllend.

Marius Kreis: Bei mir war es ein Zufall. Ich lebte in Berlin, wollte gründen – und bin über eine Anzeige auf die Idee gestoßen, eine Entgeltabrechnungssoftware für die Schweiz zu bauen. Völliges Neuland für mich – aber genau das hat mich gereizt.

Sabine: Beide habt ihr ganz unterschiedliche Ansätze. Was genau macht ihr?

Marius: Ich entwickle *Lohnica*, ein cloudbasiertes Lohnabrechnungssystem mit offener API. Es ist flexibel, modern und kann auch als „Payroll Engine“ über Schnittstellen genutzt werden – etwa für Probeabrechnungen oder Entgeltmodelle.

Günther: Ich habe *aipama* gegründet. Unser Fokus liegt auf der Automatisierung – wir haben quasi einen „virtuellen Lohnabrechner“ entwickelt, der mit jeder gängigen Software kommunizieren kann. Ziel ist es, die vielen manuellen Klickprozesse abzulösen.

Sabine: Ihr sprecht von Innovation. Gibt es die wirklich in der Payroll?

Günther: Absolut. Der Markt wurde lange übersehen – jetzt entsteht viel Neues. Viele Systeme stammen aus den 90ern, Innovation ist dringend nötig. Wir sehen gerade eine Dynamik, die es so noch nicht gab.

Marius: Genau. Moderne Nutzer wollen keine Windows-Installation mehr, sondern Browserlösungen – ob auf dem Mac, iPad oder unterwegs. Da liegt unser Fokus.

Sabine: Und wie steht es um das Thema KI?

Günther: Unsere Software war von Anfang an auf Automatisierung ausgelegt. Jetzt integrieren wir KI – z. B. für die Interpretation von E-Mails oder automatische Urlaubserfassung. Das geht bei uns schnell, weil wir flexibel gebaut haben.

Marius: Bei mir ist das ähnlich. KI kann gezielt Werkzeuge nutzen – etwa einen Brutto-Netto-Rechner. Das funktioniert über Schnittstellen. Ich sehe da großes Potenzial für datengetriebene Lohnabrechnung.

Sabine:
Zum Abschluss: Was sind eure größten Learnings als Gründer?

Günther: Dranbleiben – auch wenn der Anfang schwer ist. Vertrauen aufbauen braucht Zeit. Und: Zuhören – die Wünsche der Kunden fließen direkt in unsere Software ein.

Marius: Für mich ist direkter Kundenkontakt der Schlüssel. Und es hilft enorm, Entscheidungen schnell und selbst zu treffen – das motiviert und hält die Entwicklung in Schwung.

Sabine: Danke euch beiden für das spannende Gespräch – und den Mut, die Lohnabrechnung in Deutschland neu zu denken!


Fazit

Die Lohnabrechnung befindet sich im Umbruch – und genau das zeigen Marius Kreis und Günther Holzapfel in diesem Gespräch. Neue Technologien, flexible Plattformen und echte Automatisierung machen Payroll effizienter, digitaler und zukunftsfähiger. Für Unternehmen bedeutet das: jetzt ist der richtige Zeitpunkt, Prozesse zu überdenken und neue Wege zu gehen.

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DER PAYROLL PODCAST #17 – HR 60+ – von Aktivrente bis aussortiert: warum wir Fachkräfte brauchen, aber nicht einstellen

„Hilfe, mein Payroller geht nächste Woche in Rente – und ich brauche sofort jemanden, der die Lohnabrechnung übernimmt!“

Solche Anfragen habe ich in den letzten Jahren öfter gehört, als mir lieb ist. Denn Lohnabrechnung ist ein hochsensibler Bereich: Wenn sie nicht läuft, wird es schnell eng. Trotzdem verlassen sich viele Unternehmen noch immer darauf, dass der erfahrene Payroller schon „bis zur Rente“ bleiben wird. Genau das ist heute aber immer seltener der Fall. Payroller 50+ wechseln jetzt. Sie bleiben nicht mehr bis zur Rente.

Warum diese Folge? 2026 ist das erste Jahr, in dem in Deutschland mehr Menschen in Rente gehen, als neue Fachkräfte nachkommen. Gleichzeitig suchen Bewerber:innen 50+ deutlich länger nach einem Job – obwohl überall händeringend Fachkräfte gesucht werden. Die zentrale Frage: Wie kommen Unternehmen heute an Fachkräfte – und warum nutzen sie den Arbeitsmarkt 50+ so wenig?

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„Mit dem Alter ging die Wechselei erst so richtig los“ – DER Payroll Podcast Folge #17

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Mit 60 Jahren nach Österreich gewechselt, auf Gehalt verzichtet – und keine Sekunde bereut. Claudia Kosian ist HR-Leiterin in einem großen österreichischen Einzelhandelsunternehmen und spricht im Gespräch mit Sabine Katzmair über ihre ungewöhnliche Karriere, die gläserne Wand für Bewerber ab 50 – und warum Alter eine Zahl ist, kein Leistungsstempel.

Einmal beworben – und dann kam immer der Headhunter

Sabine Katzmair: Was natürlich super toll ist: Sie haben sich in Ihrem Leben eigentlich nur einmal beworben. Also das ist ja aussergewöhlich.

Claudia Kosian: Ich habe mich einmal beworben und habe den Job auch angenommen. Das war der allererste – direkt von der Uni rein in den Job. Inzwischen habe ich mich schon mal zweimal beworben, bin aber dann doch nicht hingewechselt, weil mir der aktuelle Arbeitgeber die bessere Wahl schien. Das war auch noch zu der Zeit, als ich noch nicht so wechselwillig war.

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Claudia Kosian: Ja, vielleicht mit Life Crisis. Ich glaube, das war Ende 40, als ich dann ankam. Ich bin ja so groß geworden: Meine Eltern waren noch der Meinung, wer bei der Deutschen Bank startet, der geht auch von dort in Rente. Die ersten zwei Dekaden habe ich das auch so gelebt. Und dann habe ich festgestellt: Loyalität ist manchmal nur auf einer Seite. Wenn man bei Amerikanern arbeitet, machen die ganz schnell mal einen Standort zu. Und dann hat der Personaler nichts mehr zu tun, wird langweilig – also wechselt man.

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