Digitalisierung, Workflow oder KI? Was die Payroll wirklich weiterbringt

KI in der Payroll: Erst digitalisieren, dann automatisieren

Dezember 2025

Vergangene Woche durfte ich beim ISWA-Webinar vor 70 Teilnehmer:innen aus Verbänden und Unternehmen sprechen. Das Thema: „Digitalisierung, Workflow oder KI – was die Payroll wirklich weiterbringt“. Die Resonanz war groß, und eine Erkenntnis hat mich besonders nachdenklich gemacht: Die meisten Unternehmen haben sich mit KI in der Payroll noch gar nicht beschäftigt – obwohl die Möglichkeiten zur Automatisierung und Entlastung der Teams immens sind.


Die Themen des Webinars

Im Webinar haben wir uns mit drei zentralen Bereichen beschäftigt:

Möglichkeiten von KI in Payroll und HR – Ich habe aufgezeigt, was heute bereits möglich ist und welche konkreten Anwendungsfälle es gibt. Von der automatisierten Bearbeitung von Mitarbeiteranfragen bis zur intelligenten Fehlerprüfung in der Abrechnung.

Grundlagen für den KI-Einsatz im Unternehmen – Bevor man KI einsetzt, muss man verstehen, wie sie funktioniert und welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen. Nicht jedes Unternehmen ist bereit für KI, und das ist völlig in Ordnung.

KI-Readiness eines Unternehmens – Was bedeutet es eigentlich, „bereit für KI“ zu sein? Diese Frage haben wir gemeinsam beleuchtet, denn die Antwort entscheidet über Erfolg oder Misserfolg jeder KI-Initiative.

Meine wichtigste Botschaft: Die Reihenfolge zählt

Zwei Vergleiche habe ich verwendet, die mir besonders am Herzen liegen:

Datenqualität ist wie die Zutaten beim Kochen. Schlechte Daten führen zu schlechten Ergebnissen. Egal wie gut die KI ist – wenn die Datenbasis nicht stimmt, wird auch das Ergebnis nicht überzeugen.

KI-Einsatz mit schlechten Prozessen ist wie Ferrari fahren ohne Führerschein. Schnell, ja. Aber ohne Kontrolle und mit hohem Risiko. Die Geschwindigkeit und Power der KI nützt nichts, wenn die Prozesse dahinter nicht sauber definiert und digitalisiert sind.

Deswegen lautet mein klares Fazit: Erst digitalisieren und Prozesse verbessern, dann KI einführen!

KI ist kein Wundermittel, das chaotische Prozesse und mangelnde Datenqualität kompensieren kann. Im Gegenteil: Sie wird bestehende Probleme vergrößern und beschleunigen. Wer aber seine Hausaufgaben gemacht hat, der wird mit KI enorme Potenziale heben können.

Danke für diese Gelegenheit

Ein herzlicher Dank geht an Berit Franke vom BDA und ISWA für die Einladung und die Möglichkeit, das Thema KI in der Payroll einem so relevanten Publikum näherzubringen. Der Austausch mit den Teilnehmer:innen hat mir einmal mehr gezeigt, wie groß der Informationsbedarf ist – und wie wichtig es ist, realistische Erwartungen zu setzen.


Wenn Sie mehr über KI in der Payroll erfahren möchten oder Unterstützung bei der Einschätzung Ihrer KI-Readiness benötigen, sprechen Sie mich gerne an. Gemeinsam finden wir heraus, wo Ihr Unternehmen steht und welche Schritte als nächstes sinnvoll sind.

Beitrag teilen:

Verwandte Beiträge

Die Sozialversicherung wird immer digitaler

Digitale Sozialversicherung: KI(RA) schaut in die Lohnbücher – ab 2027 wird die digitale Betriebsprüfung Pflicht!

Wer schon einmal als Lohnabrechner eine neue Arbeitgeberbetriebsnummer beantragt hat, kennt das Problem: Das Verfahren ist oft bürokratisch, mit Rückfragen von Agentur für Arbeit und Unfallversicherung – völlig normal. Das ändert sich gerade: Seit Juli 2025 unterstützt ein KI-Assistent bei der Auswahl des wirtschaftlichen Schwerpunkts, indem er Freitextbeschreibungen der Betriebe analysiert und passende Wirtschaftsunterklassen vorschlägt. Das macht den Antrag deutlich einfacher und reduziert Fehler.

Aber auch bei der Deutschen Rentenversicherung tut sich etwas: Künstliche Intelligenz soll in mehreren Prozessen unterstützen – und dabei geht es längst nicht mehr nur um Service-Optimierung.

Mehr lesen
Lohnabrechnung In der Insolvenz

Unternehmensinsolvenzen 2025: Lohnabrechnung, Insolvenzgeld und Arbeitnehmerrechte im Überblick

Die Insolvenzwelle in Deutschland erreicht 2025 neue Höchststände: Bereits im ersten Halbjahr wurden rund 12.000 Unternehmensinsolvenzen registriert – ein Anstieg von 12,5% gegenüber dem Vorjahreszeitraum und der höchste Wert seit 2015. Damit übertreffen die aktuellen Zahlen deutlich die bereits rekordverdächtigen 3.991 Insolvenzen des dritten Quartals 2024, die damals einen 14-Jahres-Höchststand markiert hatten.

Creditreform und andere Auskunfteien rechnen für das Gesamtjahr 2025 inzwischen mit etwa 23.900 Unternehmensinsolvenzen, dem höchsten Wert seit rund elf Jahren. Bei einem bereits hohen Niveau in den ersten drei Quartalen bedeutet dies, dass Q4 2025 klar über dem entsprechenden Quartal 2024 liegen dürfte; genaue amtliche Q4-Summen werden voraussichtlich erst Anfang 2026 von Destatis veröffentlicht. ​

Insolvenz in der Lohnabrechnung

Die Insolvenz eines Unternehmens ist ein komplexes Thema, das sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer viele Fragen aufwirft – denn oftmals bedeutet eine Insolvenz nicht das Ende des Geschäftsbetriebs, sondern wird unter neuen Rahmenbedingungen fortgeführt. Im Folgenden werfen wir einen Blick auf die zentralen Aspekte im Arbeits-, Lohnsteuer- und Sozialversicherungsrecht und klären, worauf es in der Lohnabrechnung ankommt.

Mehr lesen