Online-Vortrag: BDA (Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände) in Kooperation mit ISWA | Dezember 2025
Im Dezember 2025 durfte ich beim BDA in Kooperation mit ISWA vor 70 Teilnehmer:innen aus Verbänden und Unternehmen sprechen. Das Thema: „Digitalisierung, Workflow oder KI – was die Payroll wirklich weiterbringt“. Die Resonanz war groß – und eine Erkenntnis hat mich besonders nachdenklich gemacht: Die meisten Unternehmen haben sich mit KI in der Payroll noch gar nicht ernsthaft beschäftigt, obwohl die Möglichkeiten enorm sind.
KI: Vom Hype zur Anwendung
Aktuelle Studien zeigen: 46% der Unternehmen nutzen bereits KI in verschiedenen Bereichen. Doch viele scheitern an der praktischen Umsetzung. Der Grund ist fast immer derselbe – es fehlt die notwendige KI-Reife im Unternehmen. Ohne ein stabiles Fundament aus Digitalisierung, sauberen Daten und durchgängigen Prozessen bleibt KI nur ein Versprechen.
Was KI in Payroll, HR und Compliance heute schon kann
Die Einsatzmöglichkeiten sind bereits heute beeindruckend:
In der Payroll ermöglicht KI automatische Fehleranalysen, Plausibilitätsprüfungen und die Automatisierung von Routineprozessen. In der Zeitwirtschaft unterstützt sie bei KI-gestützter Schichtplanung, Vorhersage von Personalbedarfen und optimierter Urlaubsplanung. Im HR-Bereich übernimmt KI Recruiting-Automatisierung, intelligente Chatbots für Mitarbeiterfragen und Prognosen für die Personalplanung. Bei Personalkosten und Compliance ermöglicht sie detaillierte Kostenanalysen, Budgetprognosen sowie automatische Regelüberwachung mit frühzeitiger Warnung bei Verstößen.
Vom Chatbot zum KI-Assistenten – ein wichtiger Unterschied
Nicht jedes Tool ist gleich. Es gibt drei Entwicklungsstufen:
Ein klassischer Chatbot arbeitet mit festen Wenn-Dann-Regeln und erkennt nur vorgegebene Fragen. Ein KI-Chatbot nutzt Sprachmodelle, versteht kontextuelle Fragen und kann nachfragen. Ein echter KI-Assistent kombiniert Sprachmodelle mit Systemzugriff – er führt Aktionen aus, überträgt Daten in Systeme und integriert Workflows. Beispiel: Er erfasst eine Krankmeldung und trägt sie direkt in die Zeitwirtschaft ein.
Die vier Grundlagen für erfolgreichen KI-Einsatz
Bevor KI sinnvoll eingesetzt werden kann, braucht es vier Voraussetzungen: saubere und gut strukturierte Datenqualität, durchgängig digitale Prozesse ohne Medienbrüche, funktionierende Systemintegrationen mit Schnittstellen zwischen allen relevanten Systemen – und organisatorische Reife mit klaren Verantwortlichkeiten und qualifizierten Mitarbeitenden.
Die Realität in vielen Unternehmen sieht leider noch anders aus: Excel-Friedhöfe statt Digitalisierung, Papierformulare statt Workflows, Doppelerfassungen statt einer Single Source of Truth (einheitliche Datenquelle), veraltete und ungesund gewachsene Systemlandschaften ohne Gesamtkonzept und Abstimmung mit anderen Systemen im Unternehmen.
Meine wichtigste Botschaft: Die Reihenfolge zählt
Zwei Bilder, die ich in diesem Vortrag immer wieder verwende:
Datenqualität ist wie die Zutaten beim Kochen. Schlechte Zutaten ergeben schlechte Gerichte – egal wie gut der Koch ist.
KI mit schlechten Prozessen ist wie Ferrari fahren ohne Führerschein. Schnell, ja. Aber ohne Kontrolle und mit hohem Risiko.
Deswegen mein klares Fazit: Erst die Hausaufgaben machen – dann KI einführen.
Danke für diese Gelegenheit
Ein herzlicher Dank geht an Berit Franke vom BDA und ISWA für die Einladung und die Möglichkeit, dieses Thema einem so relevanten Publikum näherzubringen.
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