CSS AG | Februar 2024
Im Februar 2024 durfte ich bei den Powerdays der CSS AG einen Online-Vortrag zum Thema „New Learning in der Lohnabrechnung“ halten. 30 Minuten, rund 20 Folien – und ein Thema, das mich schon lange beschäftigt: Wie bilden wir die Generation Z in der Payroll aus?
Payroll lernen 1997 vs. 2024 – was hat sich verändert?
Als ich 1997 bei Siemens in die Lohnabrechnung eingestiegen bin, war der Weg klar: Learning-on-the-job, Frau Schulz fragen, Seminare besuchen, 2 Jahre durchhalten. Die Generation X biss sich durch – und das war völlig normal.
Lena, 24 Jahre, macht das heute anders. Nach der Ausbildung, einem Online-Seminar und 6 Monaten im mittelständischen Unternehmen wechselt sie weiter. Nicht weil sie faul ist – sondern weil sie kann. Der Arbeitsmarkt lässt das zu.
Was erwartet die Gen Z vom Lernen?
Die Digital Natives sind nicht schwieriger – sie sind anders. Sie wollen:
- zeit- und ortsunabhängig lernen (Smartphone, LMS, Apps)
- schnelles, multimediales Feedback
- Sinn und persönliche Weiterentwicklung
- selbstorganisiertes Lernen in vernetzten Teams
- einen Arbeitgeber, der Lernzeit während der Arbeitszeit ermöglicht
Die durchschnittliche Verweildauer der Gen Z im Unternehmen liegt bei rund 2 bis 2,5 Jahren. Das ist keine Drohung – das ist die Realität, mit der Arbeitgeber heute planen müssen.
Was heißt das konkret für die Payroll-Ausbildung?
Payroll hat ein strukturelles Problem: Es gibt keinen anerkannten Ausbildungsberuf, viele Quereinsteiger, ein breites fachliches Spektrum – und häufig zu wenig Wertschätzung für die Komplexität der Aufgabe. Umso wichtiger ist ein durchdachtes Einarbeitungs- und Ausbildungskonzept.
Moderne Inhouse-Konzepte kombinieren:
- Kurze Live-Online-Einheiten (Learning Nuggets) statt langer Präsenztage
- Lernplattformen (LMS) für selbstgesteuertes, asynchrones Lernen
- Payroll-Coaches als Mentoren – intern oder extern
- Regelmäßige digitale Lernstandskontrollen
- Lerngruppen und digitalen Austausch über Teams oder WhatsApp
Aus meiner Trainer-Praxis kenne ich beide Varianten: ein Großprojekt mit 15 Quereinsteigern bei einem Payroll-Dienstleister in Polen – und die individuelle Begleitung von zwei Mitarbeiterinnen in einem mittelständischen Outsourcing-Modell. Beide Beispiele zeigen: New Learning funktioniert in der Payroll – wenn die Struktur stimmt.
Und was kommt nach der Gen Z?
Die Generation Alpha wächst bereits mit KI in Schulen auf. Augmented Reality, Gamification, globales Lernen – das ist keine ferne Zukunft mehr. Der Payroller von morgen steuert Prozesse, versteht KI und kommuniziert digital und schnell. Lebenslanges Lernen ist keine Option – es ist Voraussetzung.
Fazit: New Learning, Gen Z und Payroll – it’s a match.
Wer die Gen Z in der Lohnabrechnung gewinnen und halten will, braucht kein riesiges Budget – sondern ein klares Ausbildungskonzept, digitale Lernstrukturen und die Bereitschaft, Lernzeit als Arbeitszeit zu verstehen.
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